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Erklärung der FUNUS Stiftung zur Verwertung des Zahngoldes Verstorbener

"Im Leben immer wieder neue Brücken zu schlagen ist wichtig, denn sonst wird dich der Fluss des Lebens ins Ungewisse forttragen."
(Nicole Haller)

Uta Machner
Leitung Infozentrum Feuerbestattung

Geschichte.

Mitte des 19.Jahrhunderts setzte in Deutschland eine in Vereinen organisierte Feuerbestattungsbewegung ein. Unter der maßgeblichen Mitwirkung dieser Vereine entstanden in Gotha (1878) und Heidelberg (1891) die ersten Feuerbestattungs- einrichtungen.

Ziel der Feuerbestattungsvereine, die sich 1886 zum "Verband der Vereine deutscher Sprache für Reform des Bestattungswesens und facultative Feuerbestattung" zusammengeschlossen hatten, war es, den damals revolutionären Gedanken einer technisierten Feuerbestattung zu verbreiten und eine gesetzliche Anerkennung als eine der Erdbestattung gleichberechtigte Bestattungsform zu erwirken.

Handelte es sich zunächst vornehmlich um Vereinigungen von Angehörigen des gebildeten Bürgertums, die die Feuerbestattung als fortschrittliche und hygienisch überlegene Bestattungsart werteten, trat im Laufe der Jahre mehr und mehr die soziale Komponente in den Vordergrund. Denn spätestens in den Krisenzeiten der Weimarer Republik waren Bestattungen für die breite Masse der Bevölkerung ein erheblicher Kostenfaktor. Hier boten die vielerorts gegründeten "Volks-Feuerbestattungsvereine" Abhilfe, die über den ideellen Zweck einer Förderung des Feuerbestattungswesens hinaus durch gegenseitige Hilfe die praktische Durchführung einer Feuerbestattung für ihre Mitglieder sicherten. Mit einer ständig wachsenden Mitgliederzahl - in Halle (Saale) bis zu 30.000, in Berlin sogar über 150.000 Mitglieder - wurden die Bestattungen in Eigenregie mit eigenen Fuhrparks und Sargtischlereien auf gemeinwirtschaftlicher Basis durchgeführt. Die Leistungen für Vereinsmitglieder deckten die Kosten für Sarg, Sterbehemd, Überführungen, die Trauerfeier nebst Pflanzenschmuck und musikalischer Untermalung, die Grabstelle und die Beisetzung der Urne ab. Somit war eine würdevolle Feuerbestattung auch für wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen abgesichert.

Freilich hat sich die Situation gegenüber den Gründerjahren der Feuerbestattungsvereine grundlegend geändert. Die Feuerbestattung ist in allen Bestattungsgesetzen der Bundesländer als eine der Erdbestattung gleichgestellte Bestattungsform fest verankert und selbst die anfänglich strikte Ablehnung der Kirchen ist einer uneingeschränkten Anerkennung gewichen.

Wenngleich viele der damaligen Forderungen längst eine Selbstverständlichkeit geworden sind und die heftigen gesellschaftlichen Debatten um die Einführung der Feuerbestattung aus der historischen Distanz eher befremdlich wirken, hat ein Feuerbestattungsverein gerade auch in der heutigen Zeit durchaus wieder eine Daseinsberechtigung.

 

Leitbild unseres Feuerbestattungsvereins

Rund um das Feuerbestattungswesen gibt es nach wie vor viele Themen, die uns, den unabhängigen Mitteldeutschen Feuerbestattungsverein, bewegen. Folgende Tätigkeiten sind uns wichtig:

 

Information, Beratung und Dialog

Die Einstellung zur Feuerbestattung ist in weiten Teilen der Bevölkerung - ungeachtet der rechtlichen Anerkennung und einer zunehmenden Verbreitung -ambivalent. Dies mag daran liegen, dass in einem stark von Traditionen geprägten Bereich wie Tod und Bestattung eine derart hochtechnisierte Bestattungsart mit vertrauten Mustern der Trauerkultur nur schwer zu vereinigen ist.

Hinzu kommt die bewegte Geschichte der Krematorien in Deutschland, deren trauriger Höhepunkt die missbräuchliche Anwendung der Einäscherungstechnik als Instrument des Völkermordes während der Nazi-Diktatur darstellt. Ungeachtet des Wissens, dass durch die Nationalsozialisten der eigentliche Sinngehalt der Einäscherung entstellt wurde, belastet diese Epoche das Feuerbestattungswesen und begründet das mitunter distanzierte Verhältnis insbesondere gegenüber der Technik.

Der Mitteldeutsche Feuerbestattungsverein hat es sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit über alle Aspekte des Feuerbestattungswesen aufzuklären und umfassend zu informieren. Durch einen offenen Dialog sowohl mit den Akteuren des Bestattungsgewerbes als auch der Bevölkerung wollen wir unterschiedliche Haltungen und Erwartungen verstehen lernen und damit letztlich Hinweise erhalten, wie der Stellenwert und die Akzeptanz für das Feuerbestattungswesen gesteigert werden kann. Die Ergebnisse ziehen wir zur Definition unserer Handlungsfelder heran.

 

Förderung der Wertigkeit des Feuerbestattungswesens

Aufgrund öffentlich-rechtlicher Vorschriften - wie etwa die Friedhofsgebührenordnungen der Gemeinden - sind die Kosten einer Erdbestattung vielerorts erheblich höher als die einer Feuerbestattung. Dieser Sachverhalt hat dazu beigetragen, dass die Feuerbestattung in der Öffentlichkeit mitunter nur noch als "Billigbestattung" wahrgenommen wird. Einige Anbieter forcieren diese Entwicklung, indem sie ihr Dienstleistungsangebot mit dem Ziel einer Kostenreduzierung ausschließlich auf standardisierte, zwingend erforderliche Leistungen beschränken. Durch den Wegfall jeglicher Elemente einer Trauerkultur läuft die Feuerbestattung Gefahr, ihre eigentliche Zweckbestimmung zu verlieren. In der Öffentlichkeit wird bereits vereinzelt von einer "Entsorgung" anstatt von einer Beisetzung gesprochen.

Der Mitteldeutsche Feuerbestattungsverein tritt dieser bedenklichen Entwicklung entschieden entgegen. Durch öffentliche Veranstaltungen und Publikationen versuchen wir, die hohe humanitäre und gesellschaftliche Bedeutung der Feuerbestattung herauszustellen. Wir verfolgen das Ziel, in allen Bereichen des Feuerbestattungswesens höhere Standards zu setzen. Neben der Unterstützung von Initiativen zur Förderung der Wertigkeit des Feuerbestattungswesens setzen wir uns für den Erhalt der Feuerbestattungskultur ein. Dabei beschränken wir uns nicht auf die Pflege bekannter sepulkraler Traditionen, sondern wollen bewusst weitere Ausgestaltungsformen initiieren.

 

Absicherung eines würdevollen Abschieds

Der Gesetzgeber hat 2004 das bereits unter Bismarck im 19. Jahrhundert eingerichtete Sterbegeld abgeschafft, welches bis dahin für jedermann den Grundstock für eine würdige Bestattung bildete. Damit hat sich der Staat aus seiner bisherigen Pflicht zur sozialen Absicherung im Sterbefall verabschiedet. Bestattungen sind nunmehr für viele Menschen wieder ein erheblicher Kostenfaktor geworden.

Der Mitteldeutsche Feuerbestattungsverein hat es sich zum Ziel gesetzt, diesen Kostendruck für seine Mitglieder und deren Angehörige zu mindern.
Mit der Flamarium Saalkreis GmbH & Co. KG, die in Mitteldeutschland zwei moderne Feuerbestattungseinrichtungen betreibt, konnte in einem ersten Schritt ein starker Partner gefunden werden, der unseren Mitgliedern im Sterbefall eine kostenlose Einäscherung und damit ein wichtiges Element für eine würdevolle Feuerbestattung garantiert.

Im Interesse unserer Mitglieder werden wir uns - ganz in der Tradition der Volks-Feuerbestattungsvereine - auch zukünftig für eine würdige Form der Bestattung einsetzen.

 

18.11.2018 | Aktuelle Seite: Verein /  © 2009 Mitteldeutscher Feuerbestattungsverein e.V. top ^